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Julian

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Montag, 27. Juli 2015, 18:14

Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast

Heute hatte ich den "Stern" vom 2. Juli 2015 in der Hand und bin auf einen Artikel über politisch motivierte Straftaten in Brandenburg gestoßen. Demnach gab es dort seit 1990 doppelt soviele "rechts" motivierte Straftaten, als in der amtlichen Statistik erfasst sind.

Hintergrund des Artikels ist eine jüngst vorgestellte Studie des Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrums der Potsdamer Universität.

Zitat

... dass in Brandenburg seit 1990 deutlich mehr politisch rechts motivierte Straftaten verübt wurden als bisher angenommen. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass neun weitere Taten als bisher angenommen einen rechtsextremen oder rassistischen Hintergrund haben. Die zusätzlichen Fälle ereigneten sich alle zwischen 1990 und 2000.
...
Insgesamt hat das Moses-Mendelssohn-Zentrum 24 strittige Todesfälle in Brandenburg nachträglich untersucht. Bei vier Fällen bestätigte sich nach rbb-Informationen der Verdacht nicht, bei sechs weiteren habe es einen rechtsextremen Hintergrund gegeben, es habe aber ein entsprechendes Tatmotiv gefehlt. Die letzten fünf Fälle, so das Moses-Mendelsson-Zentrum, ließen sich nicht mehr aufklären.
Ich habe hierzu einen Artikel des RBB gefunden, der die Darstellung im "Stern" bestätigt.

Meine Schlussfolgerung: Abgesehen davon, dass eine Unterscheidung zwischen linksextrem und rechtsextrem nicht mehr besagt als der sprichwörtliche Unterschied zwischen Pest und Cholera, bedeutet das Ergebnis der Studie, das Vergleiche über die relative Häufigkeit "linker" und "rechter" Straftaten nicht vorgenommen werden können, da es kein zuverlässiges statistisches Material gibt. Es kann zudem auch sein, dass die Erfassung "linker" Straftaten ebenfalls sehr lückenhaft erfolgt ist.
Viel Feind, viel Ehr. (Georg von Frundsberg)