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Singender Taxifahrer

Gunnar als normaler Diskussionsteilnehmer

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  • »Singender Taxifahrer« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 21. August 2017, 12:15

Der Terror der Politischen Korrektheit

Liebe Mitleser,

immer wieder müssen wir neue Meldungen über die weltweite Einengung der Meinungsfreiheit lesen.

Dieses Mal bin ich über einen Artikel über Universiäten in Amerika gestolpert, in dem Tendenzen dargestellt werden, die (vermutlich auch bald oder schon bei uns) massiv in Richtung subtile Einschüchterung Andersdenkender Intellektueller geht. Dabei ist mit "Andersdenkender" gemeint, dass jemand Ansichten und Thesen vertritt, die sich nicht mit den weltweit gepushten "Toleranz-"- und "Welteinheits-"Ideologien decken und deshalb meist sofort als "rassistisch", "faschistisch" oder ähnlich brutal gebrandmarkt werden. Kommt uns das nicht allen sehr bekannt vor? Gibt es das nicht auch in unserem schönen Land auch schon?

Hier der Link zu dem zugegebenermaßen etwas langen, aber hochinteressanten Text:

Neue Züricher Zeitung

Und hier ein weiteres Feuilleton, aus dem klar hervorgeht, dass auch hierzulande schon dieses Klima der Unterdrückung der wirklich freien Meinungsäußerung angekommen ist:

Haben die Deutschen das Streiten verlernt?
„Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ (George Orwell)

Q and A

Ist sehr oft hier zu finden

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2

Montag, 28. August 2017, 09:00

Lieber Gunnar!

Nun gehe ich mal kurz auf Dein Thema ein, wobei ich hoffe, dass ich bei meiner Beurteilung von anderen Meinungen dennoch „souverän“ bleibe, also mich beispielsweise schon gar nicht einfach nur zu einem simplen und generellen „Kontra“ antreiben lasse, so wie es all zu oft im Internet zu beobachten ist.

Ich hoffe, ich treffe dennoch den Kern Deiner Intention...?

Denn es ist ja generell immer sehr leicht, alle gutgemeinten Beiträge einfach „runterzumachen“, und dann als „Hasser“ nicht nur die Beiträge alleine, sondern dann auch noch die Autoren dazu möglichst zynisch bloß zu stellen, und von Beleidigungen bis zu kriminellen Hasskommentaren nichts auszulassen, usw.

Denkt man so auch in seinem eigenen Leben über all seine anderen Dinge, welche nicht immer nur aus kostenlosem fließendem Honig und Milch bestehen?

Oder ist es doch besser, für alle Menschen zusammen immer an den besten Lösungen und Antworten für ein Miteinander interessiert zu sein, auch wenn manchmal sogar verschiedene Lösungsansätze, verschiedene Herangehensweisen und Antworten dabei sein könnten, wie etwas mehr Milch und Honig für alle Mitmenschen leichter und gerechter fließen könnte?

Die Meinungsfreiheit ist in erster Linie nicht dafür da, um nur immer die Sau rauslassen zu können um zu zeigen, wie weit man in einem freien Land bereits herunterkommen konnte – sondern die Meinungsfreiheit ist in erster Linie doch wohl deshalb da und so wichtig, um die besten Lösungen vorzustellen, und um die besten Wege zu finden, und auch um alternative Wege zu finden, für was und gegenüber wem auch immer, aber bitte immer mit Respekt, oder?

Ende Juni 2017 wurde ja im Bundestag ein Gesetz beschlossen, das bekannt ist als „Facebook-Gesetz“.

Dieses Gesetz hält nun soziale Netzwerke und Foren nachdrücklicher an, ihre Verantwortung für ein Miteinander in der Gesellschaft ernster zu nehmen, und schlimme Inhalte von Hass und Hetze schneller löschen zu wollen, etc.

Natürlich könnte man nun auch meinen, dass man an der Anzahl von Gesetzen und Vorschriften ablesen könne, wie moralisch tief eine Gesellschaft bereits gesunken sei.

Nur, wenn es gar keine Gesetze und Vorschriften mehr gäbe, dann würde doch wohl nur Anarchie herrschen, und Meinungsfreiheit und Respekt und Akzeptanz von anderen Meinungen könnten dann gerade deshalb gar nicht mehr möglich sein, weil sich keiner mehr trauen kann, seine Meinung zu sagen, weil er sonst von Hatern verfolgt und gemobbt werden könnte – ganz ohne Einschränkung der Meinungsfreiheit von Staats wegen, in einer Anarchie.

In wie weit kann man dann überhaupt noch von einer freien Gesellschaft sprechen, in welcher man sich nicht mehr gegenseitig akzeptieren und respektieren kann?

Ich kann das sogenannte „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ sehr gut als „Zwischenlösung“ nachvollziehen, um sogar von Staats wegen wieder der Meinungsfreiheit einen Raum zu ermöglichen - wenn es andererseits dem Staat nicht mehr ausreichend möglich sein kann, jegliche kriminelle Hassposter vor Gericht zu bringen, um diese dann mit unmöglichen langwierigen Prozessen begegnen zu müssen, oder?

Das Beispiel, welches in dem Artikel in der Züricher Zeitung beklagt wurde, dass ein Literaturprofessor einer Universität sich ein Jahr lang (von der Universitätsleitung) einer „Prüfung“ einer vermeintlich unabhängigen Kommission unterziehen musste, ob er eine Studentin „sexuell belästigt“ hätte, weil er in ihrer Gegenwart „nackte Brüste bei Steinzeitfrauen am Lagerfeuer“ erwähnte, zeigt in der Tat, dass solch langwierige „Prozesse“ wirklich unmöglich sind, oder?

ML

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