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Julian

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1

Dienstag, 24. Juni 2014, 16:37

Staatspleite durch Hedge-Fonds?

Argentinien ist ja so weit weg. Was geht mich das an?

Richtig, Argentinien liegt am anderen Ende der Welt. Nicht aber das Agieren von Hedge-Fonds. Und nicht die Anwendung von US-Recht. Somit ist das ein Thema, das auch uns Deutsche etwas angeht. Zumal die Finanzierung von Altersrenten und die Anlage von Lebensversicherungsprämien, um überhaupt noch so etwas wie Rendite zu erzielen, auch über die Anlage in ausländischen Staatspapieren, also Staatsschulen, läuft. Das gilt natürlich auch für die Pensionskassen für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst.

Die Auwirkungen einer Staatspleite würden indirekt also (fast) jeden Bürger hier im Land treffen.

Und jetzt scheint, so lässt dieser Artikel vermuten, der Kampf eines einzelnen Fonds-Managers einen großen Flächenstaat zu Fall bringen. Und der ist ausgerechnet einer dieser widersprüchlichen Millionäre: angeblich konservativ, aber Kämpfer für die Schwulen-Lobby, dann wieder Wahlkämpfer für einen konservativen Politiker.

Wie seht Ihr das Problem der Staatsfinanzen?
Welche Auswirkungen erwartet Ihr bei einer Staatspleite von Argentinien?
Was haltet Ihr von Hegde-Fonds im allgemeinen und von diesem Fonds-Manager im besonderen?
Viel Feind, viel Ehr. (Georg von Frundsberg)

Hans Wurst

unregistriert

2

Dienstag, 24. Juni 2014, 18:20

Lieber auf die Schnelle sich gegenseitig mit Dreck bewerfen, während hier die wirklich wichtigen Themen anstehen. :thumbdown:

Das verstehe wer will.

Oberschwabe

unregistriert

3

Donnerstag, 31. Juli 2014, 14:35

Argentinien ist pleite

"Ein Staat kann nicht pleite gehen." So haben schon manche Volkswirte und Bankvorstände in den letzten Jahren getönt.

Heute werden wir eines besseren belehrt. Und einige Gläubiger werden jetzt öffentlich als Geier bezeichnet.

Hier geht es zur aktuellen Meldung: Gescheiterte Verhandlungen mit Hedgefonds

Oberschwabe

unregistriert

4

Donnerstag, 31. Juli 2014, 15:13

Etwas Hintergrundinformation zu diesem Fonds-Manager, damit in der Diskussion nicht so viel im Nebel herumgestochert wird:

Zitat

1977 gründete Singer den Hedgefonds Elliott Associates L.P mit 1,3 Millionen Dollar, die er von Freunden und Familienangehörigen bekommen hatte. Derzeit verwaltet diese Firma 16 Milliarden Dollar an Beteiligungen. The Guardian beschreibt das Geschäftsmodell so: „Es werden billige Schulden aufgekauft und wenn möglich mit Profit verkauft oder der Schuldner wird verklagt, die gesamte geschuldete Summe zu zahlen.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Singer_(Geschäftsmann)
Argentinien ist bereits mindestens sein drittes Opfer. Und dass zeigt diese ganze Geldgeilheit von diesem werten Herrn Singer!

Zitat

Das US-Nachrichtenmagazin Nation berichtet, dass es Singer gelungen sei, vorübergehend 90 Millionen Dollar Entwicklungshilfe zu blockieren. Diese Summe war eigentlich für die Bekämpfung einer Cholera-Epidemie vorgesehen. Im Jahr 2005 wurde der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore von einem britischen Gericht verurteilt, 39 Millionen Dollar für zwei Öllieferungen nicht an die Republik Kongo, sondern an Kensington International zu überweisen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Singer_(Geschäftsmann)

Oberschwabe

unregistriert

5

Donnerstag, 31. Juli 2014, 15:24

Wie kommt ein US-Gericht dazu, sich in andere Schuldverhältnisse (siehe rote Markierung) einzumischen?

Zitat

Singer hatte nach der Insolvenz Argentiniens 2001 zusammen mit anderen Investoren zahlreiche Staatsanleihen dieses Landes zu billigsten Konditionen aufgekauft. Während sich ein Großteil der Gläubiger auf eine reduzierte Zurückzahlung einließ, verklagte Singer Argentinien und lässt argentinische Vermögenswerte auf der ganzen Welt beschlagnahmen. Der New Yorker Bezirksrichter Thomas Griesa verurteilte Argentinien im Oktober 2012 zu einer Zahlung von 1,3 Milliarden US-Dollar an die Hedgefonds. Als weiteres Druckmittel wurde es Argentinien verboten, andere Schulden zu bedienen, solange die Hedgefonds nicht bezahlt worden sind. Ein Berufungsantrag Argentiniens wurde vom Obersten Gerichtshof im Juni 2014 abgelehnt

http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Singer_(Geschäftsmann)
Die USA und ihre Bürger brauchen sich nicht wundern, wenn sie von der ganzen Welt zunehmend gehasst werden. Im übrigen ist die Vorgehensweise dieses Fonds Wasser auf den Mühlen des Islam und dessen Vorstellungen zu Zinsen, Dividende und Rendite.

Hans Wurst

unregistriert

6

Donnerstag, 31. Juli 2014, 16:36

Was derzeit in der Debatte verschwiegen wird, ist, dass die hohe Staatsverschuldung Argentiniens ein Erbe der Militärdiktatur während der 70er/80er Jahre ist. Damals wurde das Land mit massiver Unterstützung des IWF zu einem Experimentierfeld für neoliberale Wirtschaftspolitik. Nicht Argentinien ist Schuld an der maroden Finanzlage des Landes, sondern die ihm (mit US-Unterstützung) aufgezwungene Militärjunta, deren Chefs übrigens direkt vom US-Militär ausgebildet worden waren (Quelle: Wikipedia ).

Wie die Militärdiktatur Argentinien regelrecht in die Staatsverschuldung trieb
Quelle: Informationsstelle Lateinamerika </big>e.V.</big>

Warum sollten die Opfer der Diktatur nun zahlen?

Die USA hat von heute an 40 Millionen neue Feinde. Jetzt wird auch klar, warum es diese aus unserer Sicht von Panik getriebenen verschärften Einreisebedingungen für Touristen in die USA gibt. Es könnten ja auch Terroristen sein. Oder Leute, die Mr. Singer einen persönlichen Besuch abstatten möchten.

Julian

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7

Donnerstag, 31. Juli 2014, 16:45

Waschechte US-Amerikaner wie Chomsky übrigens sind die größten Kritiker der eigenen Regierung. Diese sollte ihre etlichen Geheimdienste auflösen, die FED unter Kontrolle bekommen und endlich mal wieder zu den echten US-amerikanischen Werten zurückkehren.
Viel Feind, viel Ehr. (Georg von Frundsberg)

Oberschwabe

unregistriert

8

Sonntag, 3. August 2014, 13:39

Parallelen zur EU-Währungsunion

Im Zusammenhang mit der EU-Währungsunion sollte man folgende Tatsachen genauer unter die Lupe nehmen: Das letzte Mal ging Argentinien pleite, nachdem der butterweiche Peso an den härteren Dollar gekoppelt wurde. Folge: Rezession. Das ist in etwa so, wie wenn man Europas weiche Südwährungen mit den härteren Nordwährungen zu einem Euro verschmelzen würde. Die USA haben ihre Erfahrungen mit ihren Pleitenachbarn gemacht. Und nun schauen sie zu, wie Südeuropa trockengelegt wird. Netter Nebeneffekt: Per IWF wurde sämtliches Tafelsilber verramscht, was den Absturz noch beschleunigt hat. Das ist in etwa so, wie wenn ein Eierverkäufer seine Hühner verkauft.

Dazu kommt daß man auch einmal die Hintergründe von Argentiniens Lage beleuchten sollte. Kurz zusammengefaßt haben die USA dort lange Zeit Unterdrückung und Militärdiktaturen unterstützt. Und genau in dieser Zeit (bis Mitte der 80er Jahre) ist ein großer Teil dieser Schuldenlast, unter der Argentinien leidet, entstanden.

9

Montag, 4. August 2014, 16:12

Eigentlich hat die argentinische Regierung geschlafen. Warum hat sie ihre Schulden nicht über die Börse zurückgekauft? Was der Eigentümer des Hedgefonds kann, muss jeder andere doch auch können und dürfen. Nach Adam Riese hätte die argentinische Regierung die Schulden auf ein Zehntel reduzieren können. Das habe ich dazu in einem Kommentar gefunden:

Zitat

Die Gläubiger (also diejenigen, die Argentinien das Geld geliehen haben, nicht der Hedgefonds) haben sich mit ihrem Schuldner auf einen Schuldenschnitt geeinigt und sind auch zuerst zu bedienen. Das hat der Hedgefonds zu akzeptieren. Es kann nicht angehen, dass diejenigen, die 100% leihen, nur 30% zurückbekommen, aber diejenigen, die den Titel für 10% billig aufkaufen, dann 100% bekommen. Der Hedgefonds sollte froh sein, wenn er 30% bekommt (und nicht 3%, wie ihm nach dem Gleichheitsprinzip eigentlich zustünde), dann hat er nämlich immer noch einen satten Gewinn gemacht.

Oberschwabe

unregistriert

10

Freitag, 22. August 2014, 15:14

Schach den Gringos

Argentinien schuldet mit den übrigen Gläubigern um, so dass US-Recht nicht mehr gilt und die von der US-Justiz verhängte Rückzahlungssperre zu Lasten der übrigen Gläubiger ins Leere läuft.

So behandelt man die Gringos richtig ^^

Rumpelstilzchen

unregistriert

11

Freitag, 22. August 2014, 15:31

Geschieht den Gringos recht *jubel*