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Singender Taxifahrer

Gunnar als normaler Diskussionsteilnehmer

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Dienstag, 7. Februar 2017, 10:19

Formatradio

Hallole,

Ein Text von Kalkofe beschreibt meiner Ansicht nach das Dilemma des heute üblichen Dudelfunks allüberall sehr trefflich:

Zitat

Was ist Formatradio?

von Oliver Kalkofe

Einen wunderschönen Tag! Sie lesen Ihre Hit-Kolumne mit den Superworten der 80er und 90er. Viel Spaß und allzeit Sonne Nacken bei jedem Wetter und den geilsten Ortstemperaturen der letzten 2000 Jahre ! Na, war dieses Intro nicht cool ? Also, ich persönlich fand es richtig scheiße, aber wenn man den gewitzten Medienprofis der modernen Hit-and Fun-Rundfunkanstalten glauben mag, so sollte es Ihnen eigentlich supergut gefallen haben, oder ? Falls doch nicht, dann haben Sie es wahrscheinlich nur nicht oft gelesen - probieren Sie doch mal, die Sätze mehrfach stündlich vor sich hin zu sprechen oder im Drei-Minuten-Takt laut und lustig vorlesen zu lassen! Klingt blöd, müßte aber klappen - schließlich funktioniert heute beinahe der komplette Radiomarkt nach diesem Muster! "Wenn man gleiche Scheiße nur oft genug wiederholt, dann hört Sie irgendwann auf zu stinken!" lautet die pfiffige Theorie der Verantwortlichen dahinter. Und da der Hörer aus Ihrer Sicht ohnehin bescheuert ist, muß man ihn nur solange mit formatierter falscher Fröhlichkeit auf die Eier gehen, bis seine letzten noch aktiven Denkzellen in der Rübe freiwillig den Löffel abgeben. In der Praxis funktioniert daß folgendermaßen: erstens Reduktion des Moderatoren-Wortschatzes auf den eins mäßig begabten Dreijährigen, zweitens das unverschämt dreiste Abnudeln einer sich niemals ändernden Musikauslegeware und drittens die so penetrant häufig in den Äther geblähte Behauptung, einfach der megageilste Möderlullen-Schuppen aller Zeiten zu sein, bis sich keiner mehr zu widersprechen traut!

Das Endziel ist es schon längst nicht mehr, seine Konsumenten zu unterhalten, sondern vielmehr das so lange gnadenlose Einpeitschen der jeweiligen selbstrefentiellen Werbesprüche, bis auch der letzte Trottel fehlerfreiim Delirium aufsagen kann, welche Superhits aus welchem Jahrzehnt bei welchen Temperaturen auf welchen Sender laufen, und ob er dabei viel Spaß, gute Fahrt oder mehr Abwechslung versprochen bekommt!
Akzeptieren wir die Realität: Das kreative Radio von einst befindet sich in der Gewalt von Machern, die für dieses Medium und sein Publikum nur noch eine Mischung aus Gleichgültigkeit, Haß und Verachtung empfinden. Aber bevor es Ihnen nicht gelungen ist, daß jeder Tag klingt wie seine eigene Wiederholung, und wir bereit sind, das ewige Rauschen der Leere zwischen Ihren Ohren für einen Superhit zu halten, werden Sie Ihre Geisel nicht freigeben. In diesem Sinne - gute Unterhaltung. Und herzliches Beileid.


Quelle

Liebe und kritische Grüße,

Gunnar
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Happy Pingu

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Dienstag, 7. Februar 2017, 11:00

Lieber Gunnar!

Ich kann verstehen, was uns dieser Oliver Kalkhofe mitteilen wollte, wenngleich sich dieser Oliver Kalkhofe da vielleicht besonders sich selbst beschrieben hat, wenn er meint, dass er gegenüber seinem Publikum, besser gesagt seiner Zielgruppe, immer nur einen zynischen Spiegel vorhalten kann, und somit vielleicht selbst nur Hass und Verachtung gegenüber sich und der Welt empfindet...

Aber, um vielleicht mal beim Thema zu bleiben:

Welche Musik hörst Du eigentlich immer so im Autoradio? Vorwiegend Sender mit deutschen Schlagern vielleicht? Aber wenn's Dir gefällt, warum nicht?

ML

Kraftfahrer

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Dienstag, 7. Februar 2017, 11:38

Wohl eher das Bibelradio.

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Dienstag, 7. Februar 2017, 12:01

@Gunnar

Gründe doch einen eigenen Radiosender

Wäre ne super Idee.

Singender Taxifahrer

Gunnar als normaler Diskussionsteilnehmer

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Dienstag, 7. Februar 2017, 14:24

Lieber Happy Pinku,

Meine Intention war die, dass ich dem Kalkofe völlig zustimme, denn auch ich empfinde unsere heutige Radiolandschaft als fast völlig vereinheitliches Dudelradio, bei dem die Bindung möglichst vieler Hörer den absoluten Vorrang hat. Echter Qualitätsjournalismus mit ausgewogener Berichterstattung oder abwechslungsreiches Musikprogramm sind da nur störend, denn offenbar will man nicht, dass die Hörer selbständig denken und frei ihren persönlichen Musikstil oder auch eine gute Mischung wählen können. Auch auf SWR4, welches ich oft höre, weil es schlicht keine Alternative mit dieser Musikrichtung und regionalen Nachrichten im Äther gibt, läuft den ganzen Tag immer wieder dieselbe Musik und Informationen werden wie die Rosinen im Christstollen gleichmäßig über den ganzen Tag verteilt, so dass man kaum in der Lage ist, sich diese ganz gezielt anzuhören.

Mit Bedauern denke ich an die Zeit des Südfunks zurück, als es noch echte Magazinsendungen gab, in welchen die Zwischenmusiken keine textbehafteten Schlager, sondern passende, mal jazzige, mal swingende Instrumentaltitel waren und auch die verschiedenen Sendungen der unterschiedlichen Redaktionen ihre eigenen Erkennungsmelodien hatten. Diese hatten eigentlich immer einen positiven Charakter, mal schwungvoll, mal energiegeladen, mal eher ruhig, so wie es zur beginnenden Sendung passte.

Nach der feindlichen Übenahme... äh, der Fusion des Südfunks mit dem damaligen Südwestfunk wurde dann fast nur dessen Programmschema übernommen, also das in Kalkofes Glosse schon beschriebene Eintopfprinzip und Dauergedudel. Während davor noch zwischen den Sendungen kleine Pausen waren, in denen die bekannten Pausenzeichen gespielt wurden, brüllt heute Eines in das Andere hinüber. Das letzte Musikstück ist noch nicht zuende, da fängt schon die brüllige Werbung mit ihrem Lärm an und ebenfalls ohne Übergang schreit dann das Newsjingle los, während schon der Sprecher superhektisch mit den Nachrichten beginnt.

Und so ruhelos und entnervend geht das von 00:00 Uhr bis 24:00 Uhr durch. Anscheinend fürchten die Intendanten heute nichts mehr als die geringste Pause ohne Sound. Klar, bei DEM "Programm" liegt das Wegschalten ja auch sehr nahe und so eine Zehntelsekunde ohne Ton könnte ja schon ein Umschalten auf einen anderen Sender hervorrufen... Nein, zum entspannenden Genießen ist heutiges Radioprogramm in den wenigsten Fällen geeignet. Wenn man wie ich gerne mitsingt, wird man sehr sehr oft dadurch frustriert, dass ein besonders schön mitsingbarer Titel noch vor dem Finale von Werbung, dümmlichen Sendersprüchen oder "dringenden" Verkehrsmeldungen abgewürgt wird. Ein musikalischer "coitus interruptus" gewissermaßen. ;)

Die hundertfach wiederholten Sprüche, man höre gerade das beste, das tollste, das frischeste, das coolste Programm ändern daran nichts. Im Gegenteil. Als ob man nicht wüsste, welche Welle man aktuell laufen hat...

Das heutige Radio wird immer mehr zum verzichtbaren "Weghörradio" und man fragt sich, warum man für immer schlechtere Programme immer mehr Rundfunkabgabe bezahlen soll.

Das ist meine Ansicht dazu. Deshalb finde ich Kalkofes Text ironisch, sarkastisch, aber nicht zynisch.

Gunnar
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Dienstag, 7. Februar 2017, 15:00

Lieber Gunnar!

Das mit dem „coitus interruptus“ erlebe ich auch sehr oft (im Radio).

Besonders dann, wenn man auf den Höhepunkt von Titeln wartet, welche bei diesen erst am Ende kommen, wie bei „Another Brick In The Wall Part 2“, oder „Hotel California“, welche man ja eigentlich nur wegen der Gitarrensoli am Ende des Stücks anhören möchte, usw.

Immer wieder hoffe ich dann auch immer, dass bitte bitte nicht vorher ausgeblendet wird, sondern diese Soli ausgespielt werden...

Naja. Ansonsten höre ich kaum Radio, so dass ich überhaupt nicht weiß, was da los ist. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass der Oliver Kalkofe solche „deutschsprachigen Musiksender“ noch viel mehr hasst, als die üblichen „70er und 80er Pop/Rock-Musiksender.“

Was mir bei den Moderatoren sonst immer sehr auffällt, ist, dass es ihnen eher darum geht, wie ihre Stimme klingt, also dass ihre Stimme eine abwechslungsreiche Bandbreite mit tiefen, mittleren, und hohen Tönen „gesegnet“ ist, und es ihnen dann erst in zweiter Linie darauf ankommt, was sie so sagen, um möglichst „beliebt“ zu werden...

Deshalb tragen die Moderatoren ja auch diese Kopfhörer, um ihre Stimme selbst zu hören, um somit ihrem narzisstischem Theater das Höchstmögliche herauszuputzen...

Und, ist dieser Oliver Kalkhofe nicht selbst auch so ein Narzisst? Auch wohl schon deshalb hasst er wohl seine Kollegen, weil er dieses Handwerk ebenso sehr gut durchschauen kann, weil er es ja vermeintlich aus eigener Erfahrung ständig selbst so tun muss, um der größten Zielgruppt der heutigen Zeit, nämlich dem grundsätzlichen "Protest-Bürger", möglichst gut zu gefallen ..., oder?

Denn, würde er nicht immer nur dem "Protest-Büger" gefallen, dann müsste es ja auch mal von ihm "Lob" für irgendwas geben. Dies ist allerdings seine grundsätzliche "Fehlanzeige", so wie bei grundsätzlichen "Protest-Bürgern" und "Bruddlern" ja auch immer...

Also insgesamt ist dies alles sehr schade! Sowohl das was es vermeintlich am Radio zu kritisieren gibt, als es dies aber auch insgesamt auf vielen anderen Gebieten auch gibt!

Mein Motto kann hier nur sein: Sich nicht brechen lassen, und immer genau hinsehen, was gespielt wird, und "mehr" erkennen zu können, was manchmal auch hinter den verschiedenen vermeintlichen "Wahrheiten" so alles noch stehen könnte!

ML

Kraftfahrer

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Samstag, 11. Februar 2017, 17:02

Lieber Gunnar!

Das mit dem „coitus interruptus“ erlebe ich auch sehr oft

Glaub ich dir sofort.

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