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Andreas

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Samstag, 4. Oktober 2014, 18:19

Alltag in der DDR: Wollt ihr diesen Staat wirklich wiederhaben?

Willkommen in der DDR

Es klingelt an der Wohnungstür. Es ist der Hauswart. "Ihre Gäste sind aber schon den dritten Tag hier", sagt er - selten freundlich - und will, dass sich der Besuch ins Hausbuch einträgt.

Laut Meldeordnung der DDR musste eine Person in einem Wohnhaus ein Hausbuch führen. Aufgeführt waren die Namen und Berufe der jeweiligen Bewohner. Wer länger als drei Tage seinen Besuch beherbergte, musste diesen melden.

Um gut auf die Schule vorbereitet zu sein, gab das Ministerium für Volksbildung unter Margot Honecker bereits für die Kindergärten Lern- und Erziehungsziele vor. Mengenlehre, Zeichnen, Musik und Sport gehörten ebenso dazu wie die politische Erziehung. Von klein an sollten die Kinder zur sozialistischen Moral erzogen werden und die "Bruderländer" - insbesondere die Sowjetunion - verehren.

Ein Zeichen dafür sind die Matroschkas hinten auf der Tafel. Nahezu jedes Kindergartenkind musste sie malen.

Jungpioniere wurden die Schüler mit den blauen Halstüchern genannt. Sie bekamen es in der 1. Klasse. Thälmannpioniere wurden die Kinder in der 4. Klasse - dann mit rotem Halstuch. Vom ersten Schuljahr an mussten die Schüler einen Gruppenrat in ihrer Klasse wählen: einen Vorsitzenden, dessen Stellvertreter, Beauftragte für Sport und Kultur sowie einen Kassierer für das Essen- und Milchgeld.

Wer schön schreiben konnte, wurde Schriftführer und war für das Gruppenbuch verantwortlich, in dem über jeden Pioniernachmittag - einmal wöchentlich - berichtet wurde. Außerdem musste er häufig den Text für die Wandzeitung schreiben - die hier dem Tag der Nationalen Volksarmee gewidmet ist.

Wer es je lernen musste, dem dürfte die Melodie dieses Liedes jetzt vielleicht wieder einfallen. "Gute Freunde" - das Loblied auf die NVA-Soldaten stand im Musiklehrplan für die 2. Klassen in den 80er-Jahren.

Wer nicht so gut singen konnte, sollte in Leistungskontrollen zumindest seine Textsicherheit bei den vielen noch folgenden Pionier- und Kampfliedern nachweisen.

"Die Augen gerade aus!", "Im Gleichschritt Marsch!", "Ein Lied im Glied!" - Diese Art Befehle mussten Schüler in der DDR bereits in der Mittelstufe befolgen, wenn sie in Uniform während der "Zivilverteidigung" Handgranatenzielwurf, Schießen und Marschieren lernten, die Eskaladierwand bezwangen oder einen Giftgasalarm übten.

Für diese paramilitärische Ausbildung war die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) verantwortlich, die eng mit den Schulen zusammenarbeitete. Die GST wurde 1952 gegründet und im Frühjahr 1990 aufgelöst. Die SED-Führung verfolgte mit ihr das Ziel, die "Verteidigungsbereitschaft" zu fördern und qualifizierten Nachwuchs für die NVA zu gewinnen. Diese Erwartung erfüllte sich aber nicht - vor allem in den 80er-Jahren ging die Bereitschaft zurück, mehr als die 18 Monate Pflichtwehrdienst zu leisten.

Zwei Wochen Russisch-Intensivkurs und "Rotlichtbestrahlung" ML (Marxismus-Leninismus) - dann ging's ab für drei Wochen zum Ernte- oder Arbeitseinsatz. So startete bis zum Ende der 80er-Jahre das Studium in der DDR.

Dass dies schon 1960 so war, beweist dieses Foto von Studenten in Plothen bei Schleiz. Die meisten jungen Damen nahmen gleich nach dem Abitur - also mit 18 oder 19 Jahren - ihr Studium auf. Ihre männlichen Mitschüler wurden zunächst eingezogen - und wer einen bestimmten Studienplatz haben wollte, musste sich in der Regel für drei Jahre verpflichten.

Natürlich wollten die Frauen auch in der DDR schön sein und leisteten sich ab und an einen Frisörbesuch. In der Regel mussten sie dafür aber ihr eigenes Handtuch mitbringen.

Hier sind 1987 Lehrlinge der Gewerblichen Berufsschule in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) am Werk. Damals waren Dauerwellen ziemlich in. Leider brachen die Haare oft danach.
Wenn möglich lebe ich mit allen Menschen in Frieden.

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Happy Pingu (09.10.2014)

  • »Kleine Meerjungfrau« wurde gesperrt

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Samstag, 4. Oktober 2014, 18:36

Leider kann ich auf grund meines Alters dazu nichts beitragen. meine Mutter aber ist ein Kind der DDR.
Heute sind wir zur Eröffnung des neuen Möbelhauses gewesen. Dort hatte meine Mutter eine Erinnerung.
Im Restaurant dort wurden nur so viele reingelassen wie auf der anderen seite rausgegangen sind. Meine Mutter musste echt lachen und es pluderte aus ihr heraus.- Wie damals inder DDR.

Timm

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Samstag, 4. Oktober 2014, 18:45

Ich sag mal die DDR ist vom Teufel.

Da hat man nicht viel zu lachen gehabt.
Mein Lachen ist mein wertvollstes Gut. Unverkäuflich.

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Samstag, 4. Oktober 2014, 19:36

Es soll aber gute dinge gegeben haben. Spreewaldgurken,Rotkäpchensekt,Zucht und Ordnung.
Letzteres Scherz.

Nick

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Samstag, 4. Oktober 2014, 19:39

Letzteres Scherz.
DDR-Witze gehen anders. :D

  • »Kleine Meerjungfrau« wurde gesperrt

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Samstag, 4. Oktober 2014, 19:42

Kenne leider keine. Aber ich glaube Witze sollte man darüber nicht machen.Gestern kam im Fernsehen der film mit dem Wind nach Westen. Das fand ich doch dann alles sehr beeindruckend.

  • »Kleine Meerjungfrau« wurde gesperrt

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Samstag, 4. Oktober 2014, 19:52

Den habe ich noch bei mir zuhause.
»Kleine Meerjungfrau« hat folgendes Bild angehängt:
  • images.jpg

Nick

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8

Samstag, 4. Oktober 2014, 22:31

DDR-Witz

Walter Ulbricht fragt Willy Brandt, ob er ein Hobby habe.
„Natürlich“, sagt dieser, „ich sammle Witze, die die Leute über mich erzählen. Und Sie?“
„Bei mir ist es umgekehrt. Ich sammle Leute, die Witze über mich erzählen.“

Mark

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Donnerstag, 9. Oktober 2014, 17:58

Chronologie vom Ende der DDR - Wenn das Volk zu Fuß abstimmt

07.05.1989 Der Auslöser: Wahlfälschungen aufgedeckt
19.08.1989 Die erste Welle: Flucht über Ungarn
04.09.1989 Erste Montagsdemo: Ruf nach Reisefreiheit
10.09.1989 Der Eiserne Vorhang fällt: Ungarn öffnet Grenze
30.09.1989 Genscher in Prag: Mein glücklichster Tag
09.10.1989 Der Protest wächst: Heimliche Filmaufnahmen
27.10.1989 Ein großer Schritt: Amnestie für Flüchtlinge
04.11.1989 Volk auf der Straße: Das Regime gibt nach
09.11.1989 Der Irrtum: Ein Missverständnis öffnet die Grenzen
09.11.1989 Schlagbäume hoch: Küsschen für den Grenzposten
10.11.1989 Der Tag danach: Glücklicher Tagesschausprecher
10.11.1989 Geschafft: Freudentränen und Umarmungen

Und nun die Preisfrage: Was war am 3. Oktober 1989?
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. (Artikel 5 Grundgesetz)

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