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Singender Taxifahrer

Gunnar als normaler Diskussionsteilnehmer

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1

Sonntag, 9. Februar 2014, 11:02

Bessere Medienzensur durch Digitalisierung?

Hallo,

am Beispiel der Eröffnungsfeier wurde deutlich, dass es durch die Digitalisierung der Massenmedien leichter geworden ist, unliebsame Inhalte auszufiltern, bevor sie für alle wahrnehmbar gesendet werden. Als sich in Sotschi eine der Schneeflocken nicht zum olympischen Ring öffnete, sahen die Zuschauer in Russland das nicht, da von den Medien dank einer Verzögerung von 15 Sekunden reagiert wurde und die Aufnahmen der Probe eingeblendet wurden, bei denen sich auch die fünfte Flocke wie geplant zum olympischen Ring öffnete.

Nur die Russen sahen alle fünf olympischen Ringe

In diesem Fall ist das natürlich eine harmlose Kleinigkeit - scheinbar. Aber wenn man mal darüber nachdenkt, wird es einem bewusst, dass Medienanstalten auf diese Weise genauso Inhalte sperren kann, die ihnen politisch nicht in den Kram passen. Man hat ja eine Viertelminute lang Zeit, das zu entscheiden. Das Publikum ist sich beim Sehen und Hören dieser Zeitverzögerung ja meistens nicht bewusst.
Würde also bespielsweise in einer Talkshow jemand provokativ den rechten Arm zum "Hitlergruß" ausstrecken, während die Kamera gerade auf ihn gerichtet ist, können die Leute der Kameraregie diese Szene ganz bequem durch eine andere Kameraeinstellung ersetzen, um diesen Eklat wegzuretuschieren. Ebenso, falls ein Diskussionsteilnehmer eine Beleidigung oder eine (möglicherweise berechtigte) Anschuldigung ausspricht, die zu brisant erscheint.

Zunächst könnte man diese Möglichkeiten ja durchaus als sinnvoll erachten, aber wenn man weiterdenkt, sind einer echten Zensur ganz unauffällig auf diese Weise Tür und Tor geöffnet. Alles, was nicht passt, kann kinderleicht ausgeblendet werden, meist, bevor die Zuschauer und -hörer an den Empfangsgeräten davon Notiz nehmen könnten. Hitler, Stalin, Mao und andere Diktatoren hätten sich die Finger nach so einer einfachen Möglichkeit der Manipulation geschleckt.

Wie ist es denn real heute? Da ich selbst auch gerne mal bei Diskussionssendungen im Radio angerufen habe, weiß ich, dass im Gegensatz zu früher, als man ungeprüft und ungebrieft direkt auf Sendung geschaltet wurde, jeder Anrufer zuerst von einem "Hintermann" am Telefon befragt wird, was er zu sagen gedenkt. Meist wird einem dann gesagt, dass man im laufe der Sendung möglicherweise zurückgerufen wird, man solle sich bereithalten.
Möglicherweise. Die Zensoren, äh, Redaktoren der Sendung können also in aller Ruhe entscheiden, ob eine Meinungsäußerung zu Wort kommen soll oder besser nicht. Um Täuschungsmanöver zu unterbinden (zum Beispiel eine Vortäuschung einer genehmen Meinung im Vorgespräch) ist man vielfach dazu übergegangen, die Meinungsäußerungen per E-Mail oder auf dem Anrufbeantworter zu sammeln. So ist dann wirklich jeder unbequeme Ausreißer auf Sendung chancenlos.

Ist unter diesen Umständen die Digitalisierung der Übertragung vielleicht eher ein Fluch als ein Segen für die Vielfalt in den Massenmedien? Oder hat man diesen Schritt vielleicht genau deshalb gemacht, um diese Möglichkeit zu bekommen? Achtet einfach mal darauf, wie groß die Empfangsverzögerung beim Fernsehen übers Internet oder über andere digitale Wege gegenüber einer herkömmlichen analogen Radioübertragung ist! Das sind nicht selten sogar mehr als 15 Sekunden. Ich kann es kaum glauben, dass diese Verzögerung alleine der technischen Übertragung, Umformung und Fehlervermeidung geschuldet ist.
Wenn man (digital) telefoniert, beträgt die Verzögerung schließlich auch nur einen Sekundenbruchteil. Ebenso, wenn in den Nachrichten live mit einem Korrespondenten gesprochen wird. Hier kann die Verzögerung mal maximal eine Sekunde betragen. Mit Bild.

Sind wir unbemerkt schon viel weiter als "1984"? Anscheinend nicht nur auf dem Kalender...

nachdenkliche Grüße,

Gunnar
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Julian Simon

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2

Sonntag, 9. Februar 2014, 14:49

unliebsame Inhalte auszufiltern
Digitalisierung und elektronisch unterstützte Regie erleichtern Zensur und Manipulation von Information. Deshalb beachte man die sechs Gebote des Misstrauens:
  1. Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
  2. Trau keinem Bild, das du nicht selbst retouchiert hast.
  3. Trau keinem Tonband, das du nicht selbst manipuliert hast.
  4. Trau keiner Reportage, bei der du nicht selbst das Szenenbild bestimmt hast.
  5. Trau keinem Interview, bei der du nicht selbst die Synchron-Übersetzung hingedeichselt hast.
  6. Trau keiner Live-Schaltung, bei der du nicht selbst Regie geführt hast.

Wie an anderer Stelle bereits angemerkt: Öffentlich-rechtliche Medien - insbesondere auf Basis der Rundfunksteuer - bewegen sich in solchen Fällen jenseits des Grundgesetzes.
Viel Feind, viel Ehr. (Georg von Frundsberg)

zombiekiller

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3

Sonntag, 9. Februar 2014, 14:53

Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
Trau keinem Bild, das du nicht selbst retouchiert hast.
Trau keinem Tonband, das du nicht selbst manipuliert hast.
Trau keiner Reportage, bei der du nicht selbst das Szenenbild bestimmt hast.
Trau keinem Interview, bei der du nicht selbst die Synchron-Übersetzung hingedeichselt hast.
Trau keiner Live-Schaltung, bei der du nicht selbst Regie geführt hast.
Klingt alles nach STASI.

Safira

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4

Sonntag, 9. Februar 2014, 14:55

Kann man überhaupt noch irgendetwas trauen?

Höchstens sich selbst oder selbst auch das nicht mehr?
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Julian Simon

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5

Sonntag, 9. Februar 2014, 15:00

Klingt alles nach STASI.
Das erste dieser sechs Gebote wird Churchill zugesprochen, soll aber doch nicht von ihm stammen.

Kann man überhaupt noch irgendetwas trauen?
Das ist ja das Problem. Wir merken es hier bei Tacheles auch, wenn Information oder was wir dafür halten, zitiert wird. Bereits im Forum genannte Beispiele waren Wikipedia und ADAC sowie gewisse Tageszeitungen, deren Wahrheitsgehalt der Berichterstattung angezweifelt wird.
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Safira

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Sonntag, 9. Februar 2014, 15:01

Zitat

Das sind nicht selten sogar mehr als 15 Sekunden. Ich kann es kaum glauben, dass diese Verzögerung alleine der technischen Übertragung, Umformung und Fehlervermeidung geschuldet ist.


Wir haben auch HD Fernsehen und Analog Fernsehen, wenn auf den das gleiche Programm läuft, dann ist das HD Fernsehen etwa 5 sek.. immer später.

Das nervt ungemein wenn die Tür nicht verschlossen ist oder der Fernseher so laut ist, dass er den anderen übertönt.

Das aber hier Änderungen vorgenommen werden im Programm, habe ich noch nie mitbekommen.
Menschen sollen so sein, wie sie sind und nicht durch Regeln so eingeschränkt werden, dass ihr Leben nicht lebenswert ist.

zombiekiller

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Sonntag, 9. Februar 2014, 15:02

Erstes Gebot einer Regierung. "Nur ein dummer Bürger ist ein guter Bürger" !

Singender Taxifahrer

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8

Mittwoch, 12. Februar 2014, 20:48

Das aber hier Änderungen vorgenommen werden im Programm, habe ich noch nie mitbekommen.

Mag sein, aber das es technisch kein Problem ist, hat dieser Vorgang in Russland deutlich gezeigt.
Ich schaue ja per DVB-T fern. Das sind tatsächlch derzeit nur ca vier bis acht Sekunden Verzögerung, aber wenn man zum Beispiel mit Zatto schaut, sind das schon etliche Sekunden mehr.

Es würde vermutlich niemandem auffallen, wenn die schon im Studio einige Sekunden mehr verzögern. Man denke nur an die Geräte, mit denen man auch als Privatperson "zeitversetzt fernsehen" kann. Damit kann man ohne besonderen Aufwand sogar um Stunden zeitversetzt schauen.

Wer sagt denn, dass eine solche Vorverzögerung nicht schon heute direkt in Fernsehanstalten auch bei uns praktiziert wird, um unliebsame Überraschungen möglichst gering zu halten? Technisch kann das schon heute fast jedes Kind machen.

Ich halte das jedenfalls für sehr bedenklich.

Wobei... Im Internet sind die Verzögerungen der Inhalte schon lange beliebig groß. Wie man am Beispiel der PZ gerne mal sehen kann. :D
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