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Singender Taxifahrer

Gunnar als normaler Diskussionsteilnehmer

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Dienstag, 12. September 2017, 09:26

Mindestlohn - eine gute Idee?

Hallo,

eben fand ich einen interessanten Beitrag im Focus über den Mindestlohn und seine Auswirkung auf die Rentenerwartung.

Je nach den Startbedingungen vor der Rente (Single, verheiratet, Kinder...) bekommt jemand, der sein Leben lang - ab 16 Jahre - gearbeitet hat (Vollzeit) zum Teil deutlich weniger als es dem heutigen Hartz IV-Satz entspräche.

Da muss man doch fragen: Darf es denn gesellschaftlich ein solch verheerendes Signal für die Moral, arbeiten zu gehen geben? Sagt man sich da nicht zwangsläufig: "Warum soll ich mir den Stress eines Arbeitslebens antun, wenn ich nachher sowieso keine spürbare Rente bekomme und aufstocken muss?"

Wäre es nicht viel sinnvoller, wenn sich Fleiß auch lohnen würde? Wenn jede Arbeit, die man tut, auch finanziell im Alter sichtbar würde?
Wo ist da die Gerechtigkeit, wenn jemand, der vierzig Jahre lang schwer gearbeitet hat und auf große Teile seines Privatlebens verzichtet hat, keinen Cent mehr bekommt als jemand, der von Anfang an "gehartzt" hat?

Nein, die meisten Menschen möchten gerne arbeiten, davon bin ich überzeugt, allerdings möchte doch jeder auch noch Zeit und Geld für private, eigene Unternehmungen übrighaben. Wenn man aber - wie hier in Deutschland mehr als die Hälfte seines erarbeiteten Geldes gleich wieder verbrauchen muss (wenn man die Lebenshaltungskosten dazu nimmt, manchmal fast alles!), dann drückt das ganz zwangsläufig die Motivation, seine Kraft in eine Erwerbstätigkeit (vor allem im unteren Lohnbereich) einzusetzen.

Aber ist denn die Arbeit von Putzkräften, Pfegekräften, Taxifahrern, Hilfskräften gesellschaftlich weniger wichtig als zum Beispiel das Spekulieren mit großem Vermögen? Ich denke, die Antwort ergibt sich schon aus dieser eher rethorischen Frage...

Ungerecht ist es auch, dass Arbeitnehmer dafür, dass sie von ihren Arbeitgebern stark unterbezahlt wurden, im Alter auch noch mit einer Hunger"rente" bestraft werden.
Wie würde denn unsere Welt aussehen, wenn niemand die Straßen, Toiletten und Räume schön sauber halten würde?
Wie kalt wäre die Welt, wenn sich niemand um Alte, Kranke, Sterbende kümmern würde? Will nicht jeder wissen, dass er, wenn er mal alt und schwach wird, in einer liebevollen Umgebung seine letzte Zeit verbringen darf? Vor allem, wenn er sein Leben lang fleißig gearbeitet hat und sich in die Gesellschaft eingebracht hatte?

Möglich ist das alles ganz sicher, wenn nur eine gute Mehrheit dafür einträte - besonders, die, die unanständig viel Geld für vergleichsweise leichte Tätigkeiten einstreichen (zum Teil viele zehntausende Euro pro Monat).

Die Welt könnte besser sein, würde sich der Mensch nicht von seiner Geldliebe so bestimmen lassen. Wenn man so sieht, wie sich manche Menschen für ein bisschen Geld zum Narren machen (im TV zum Beispiel), könnte man weinen. Letztlich funktioniert sowas aber auch wieder nur, weil den meisten Menschen ein gerechter Lohn für ihre Arbeit vorenthalten wird. Sei es durch die Politik oder auch direkt durch geldgierige Konzernführungen.

Was meinen Sie (Ihr)?

Gunnar
„Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ (George Orwell)

Q and A

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Montag, 30. Oktober 2017, 08:00

Lieber Gunnar!

Ich habe mal geschaut, welche Themen mal gestartet wurden, dann aber bis heute noch liegen blieben. Und dann habe ich gleich dieses Thema gefunden, welches etwa 6 Wochen unbeantwortet blieb.

Dabei weiß ich ja von Dir, dass Du ja immer wieder über diese Thematik „betrübt“ bist, dass es in unserer heutigen Gesellschaft für viele Mitmenschen scheinbar immer schwieriger wird, ein „gutes“ Leben zu führen, weil für viele Mitmenschen das ganze Geld, was sie im Monat grade noch so bekommen, ständig nur für das „Notwendigste“ drauf geht, und es immer mehr solche betroffenen Mitmenschen gäbe, als „früher“, und die Aussicht auf eine gerechte bzw. vernünftige Rente auch nicht mehr zu erwarten sei.

Alles Obige habe ich nur mal ganz einfach und hoffentlich neutral zusammengefasst, nur um zu sehen, ob ich Dich hier richtig verstanden habe.

Nun weiß ich allerdings auch, dass sehr viele Mitmenschen ebenso von dieser Ansicht überzeugt sind, und jegliche andere Meinungen dazu völlig abblocken, und eben keinerlei Widersprüche zu ihrer Ansicht gelten lassen wollen, und dann auch „Protest-Parteien“ wählen, in der Hoffnung dass diese „Ungerechtigkeiten“ endlich mal wieder zurückgehen...

Deshalb würde ich mal meinen, handelt es sich schon um ein sehr „ernstes“ Thema, was man mal wirklich näher beleuchten muss!

Denn, viele andere „politischen Fragen“ geraten ja sonst nur zu „nachrangigen“ Themen, wenn man meint, dass man eben immer mehr zum „unterbezahlten“ Bürger wird, und „die da oben“ daran schuld wären.

Was wäre denn, wenn man klar und einfach und nachvollziehbar aufzeigen könnte, dass es sogar dem „unterbezahltesten“ Bürger heute besser geht, als je zuvor Bürgern in Deutschland in gleicher Stellung?

Und was wäre denn, wenn man versehen könnte, dass „die da oben“ dann doch gar nicht so schlimm sind, wie man immer meinte, oder wie einem oft vorgemacht wird?

Völlige Umkehrungen von eingefahrenen falschen Ansichten mögen nicht leicht und einfach zu erreichen sein – sonst würde es sich ja nicht immer wieder zeigen, dass jene, welche gegen alle Regeln der Kunst „Recht“ haben wollen, auch dann nicht umkehren können, wenn es eine Diskussion mit allen Fakten dazu gibt, in welchen es praktisch dauernd Null Punkte für die falsche Ansicht gibt... , und dann solche eingefahrenen falschen Ansichten oft nur noch härter werden, statt sich aufzulösen, trotz fehlender Fakten auf der „Unterbezahlt-Ansicht“ , wohl wegen einem vermeintlichen „Schwur“, dass „die da oben“ eben Schuld sind, usw. …

Also, ich hoffe, Du kannst das bisherige auch unterschreiben, dass Du ähnliches auch schon erlebt hast und so kennst, dass es solche Mitmenschen gibt, welche man einfach nicht von ihrer falschen „Meinung“ abbringen kann, obwohl man es ja nur gut meint, weil man ja nur die Wahrheit darstellen möchte, usw.

Nun bin ich mal gespannt, ob Du auf dieses Angebot von mir eingehen kannst, und auch dazu offen bist, einige Ansichten zu hinterfragen.

Aus vielen persönlichen Gesprächen weiß ich, wie schwer sich viele Mitmenschen tun, dieses Thema anders begreifen zu können, um es mal so auszudrücken. Aber ich hoffe, dass ich die richtigen Worte finden kann, wie es sich gehört, und ich hoffe, dass Du dies auch kannst.

Auf jeden Fall meine ich und sehe ich auch, dass Du es „gut“ meinst, mit Deinem Thema, und dies für alle Menschen!

Ich hoffe aber auch, dass Du sehen wirst, dass auch ich es „gut“ meine mit Deinem Thema, und dies auch für alle Menschen!

Nun gibt es ja vieles, was Du angesprochen hast: „Mindestlohn“, „Rente“, „Hartz 4“, „Unterbezahlung“, usw.

Also, wo können wir anfangen?

LG

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