Sie sind nicht angemeldet.

Philosophie: Stroh zu Gold spinnen

Ab sofort werden Neuanmeldungen erst nach Prüfung durch die Moderation freigeschaltet. Es werden eine glaubwürdige, ausführliche Selbstvorstellung und eine funktionierende E-Mail-Adresse erwartet. Ob eine Anmeldung freigeschaltet wird, liegt im Ermessen der Moderation.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Pforzheim redet Tacheles. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Finn

ist richtig gerne hier

  • »Finn« ist männlich
  • »Finn« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 196

Registrierungsdatum: 13. Januar 2015

Danksagungen: 6

  • Nachricht senden

1

Sonntag, 9. April 2017, 00:30

Stroh zu Gold spinnen

Es ist wohl schon eine Weile her, dass man sich endlich sicher war, niemals Gold aus Stroh spinnen zu können. Das überließ man dann der Märchenwelt. Aber heutzutage gelingt es immer mehr Menschen, strohdumme Sachen so zu vermarkten, dass sie hinterher das Gold nur so scheffeln können. Kommt das daher, dass man der Mehrzahl der Menschen einreden konnte, Stroh sei das, was sie für Stroh halten, und Gold sei genauso das, was sie für Gold halten? Eine absolute Wahrheit, die uns sagt, was Stroh und was Gold ist, könne es jedenfalls nicht geben, weil wir selbst laut Evolutionstheorie nur die Produkte des Zufalls seien, die niemals eine sichere Aussage über das machen können, was gut und was böse, was richtig oder was falsch, was Stroh oder was Gold ist. Dann ist es gar nicht mehr schwierig, den Leuten Stroh für Gold zu verkaufen, Stroh abzuliefern und dafür Gold einzukassieren.

Happy Pingu

Ist sehr oft hier zu finden

  • »Happy Pingu« ist männlich

Beiträge: 839

Registrierungsdatum: 26. Dezember 2013

Wohnort: Pforzheim

Danksagungen: 232

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 9. April 2017, 09:00

Lieber Finn!

Danke für Deinen Beitrag, auch wenn er wieder mal nur abkopiert ist!

Aber ich danke Dir trotzdem für diesen Beitrag, sehr sogar, denn dieser Beitrag spricht eines der wichtigsten Dinge im Leben der Menschen an, die ich sehr wichtig finde. Es betrifft das Erkennen der Wahrheit, und das Erkennen von Meinungsmanipulation – an anderen Mitmenschen, aber und vor allem an sich selbst!

Was nützt es denn, wenn man immer meint, immer nur an anderen Mitmenschen eine Meinungsmanipulation festgestellt zu haben, und man diesen dies dann aber leider nie beweisen kann?

Und wie kann man eine vermeintlich eigene Meinungsmanipulation an sich selbst feststellen, der man vielleicht sehr käftig und nachhaltig aufgesessen ist?

Kann man dies eigentlich?

Denn, vielleicht meint jemand, dass er bereits durch den Prozess des Erkennen schon mal gegangen wäre, welchen nur wenige gehen könnten, und konnte dadurch dann eine seiner älteren früheren Meinungen, worüber er bislang vermeintlich immer ganz klar überzeugt war, dann dadurch völlig klar verwerfen, und ist nun dadurch, dass er so einen Prozess des Erkennen gehen konnte, noch gefestigter in seinem Glauben, nun noch leichter „durch Erkennen“ immer die Wahrheit zu erkennen, und es noch viel schwieriger für andere geworden ist, ihm etwas vormachen zu können, ihm etwas einreden zu können, weil er die Tricks der Meinungsmanipulation längst durchschaut hat.

Nur, vielleicht ist er in Wahrheit nur einer wesentlich schlaueren Meinungsmanipulation aufgesessen, und seine frühere ältere Meinung wäre doch wahr gewesen, und nicht seine neue Wahrheit. Und somit wäre er vor seinen so vermeintlich befreienden Erkenntnissen seiner früheren vermeintlichen entlarvten Meinungsmanipulationen sogar noch weniger meinungmanipuliert gewesen, als er es heute vielleicht glaubt, und damit sogar hausieren geht...

Natürlich hält (deshalb) praktisch niemals jemand seine eigene Glaubensüberzeugung für manipuliert, sondern immer die anderen Mitmenschen mit einer anderen Glaubensüberzeugung...

Das kennt man ja, dass es meistens gerade solche Anhänger solcher Glaubensüberzeugungen selbst sind, welche am Heftigsten an diesen beschriebenen Meinungsmanipulationen leiden, für deren vermeintlichen Weg der Heilung und Wahrheitsfindung sie sich selbst halten.

Wobei die manipulierten „Glaubensüberzeugungen“ nicht immer nur „transzendente“ Kennzeichen haben müssen, oder sonst wie ins Religiöse reichen müssen – nein, viel mehr, auch zahlenmäßig, sind viele „weltliche Überzeugen“ längst ganz tiefe manipulierte, und damit unwahre „Glaubensüberzeugungen“ geworden.

Zu gerne würde ich dies an einigen Beispielen deutlich machen wollen. Doch leider kann ich mir vorstellen, (und ich weiß es auch, dass es leider immer so ist...), dass wenn man miteinander eine solche Prüfung von solchen „Wahrheiten“ durchführt, zwar meistens der meinungsmanipulierte Mitmensch sich zunächst sehr gerne einer solchen Prüfung seiner „Wahrheit“ stellen würde, weil er von seiner unwiderlegbar gehaltenen Wahrheit überzeugt ist, die allen nur erdenklichen Prüfparametern standhalten würde, nicht nur seinen eigenen Parametern, sondern auch allen anderen...

Doch was passiert praktisch immer, wenn dann abzusehen ist, dass bei einer solchen Prüfung eine „ganz andere Wahrheit“ zum Vorschein kommt, die gar keinen Parametern standhalten kann, und sich langsam aber sicher eine gar völlig „gegenteilige Wahrheit“ herauskristallisiert - wie bei einem Fußballspiel, welches schon bei der Halbzeit bereits 0:20 steht - und deshalb die „bisherig gehaltene Wahrheit“ mehr und mehr schwindet?

Wie verhält sich dann der Anhänger bei dieser Prüfung, der seine „bisherige gehaltene“ Wahrheit noch vor dieser Prüfung als garantiert unwiderlegbar gehalten hat, und jeder Prüfung gerne zugestimmt hatte, und nun erste Auflösungserscheinungen seiner Wahrheit erkennen kann, obwohl man „seine Wahrheit“ sogar noch netterweise zunächst gleich mal nach seinen eigenen Parametern geprüft hat?

Wird er bei dieser Prüfung weiterhin interessiert mitmachen, und auch noch die zweite Halbzeit durchstehen?

Oder wird er bereits schon nach den ersten 5 Minuten der Spielzeit völlig entsetzt und erschrocken plötzlich doch nicht mehr „mehr“ wissen möchte, was sonst noch an seiner Wahrheit bei dieser Prüfung nicht stimmt?

Man stelle sich vor, dass es da einen kleinen regionalen Fußballklub gibt, der meint, dass er der beste Fußballklub der Welt ist, und es mit jeder anderen Mannschaft aufnehmen kann, weil sie die besten wären, was ihnen völlig klar wäre – allerdings nur niemals ein einziges Spiel mit einer wirklich guten Mannschaft bestreiten möchten, nicht mal mit der nächstliegenden regionalen Fußballmannschaft, weil man diese andere benachbarte Gemeine grundsätzlich hasst, und sich niemals mit denen treffen wollte, und sich niemals einen gemeinsamen Rasen teilen könnte, auf welchem man dann vielleicht sogar verlieren könnte, weil die anderen ja garantiert unfaire Methoden anwenden würden, nur um zu gewinnen.

Nein nein nein, man „wüsste“, dass man der einzig wahre Fußballklub ist, und braucht erst gar keine Prüfungen abliefern, bei denen man ja dann doch immer verlieren würde, wegen unfairer Behandlung und und sicherlich regelwidriger Tore, die eigentlich alle nicht gegolten hätten, wenn es mit rechten Dingen zugegangen wäre...

Nein nein nein, denn man „weiß“ ja, dass man der einzig wahre Fußballklub ist, und da könne man jeden fragen, der auch Mitglied in diesem Verein ist, wird man von diesen Anhängern hören. Und dass es natürlich keine sehr große Masse an Mitgliedern sein kann, welche dem besten Fußballklub angehören, das kann man sich natürlich auch erklären. Tja, nur die wenigsten Menschen erkennen die Wahrheit eben ohne Prüfung, und nur durch wahrheitswidriges Gläubeln, besonders wenn man nicht ganz alleine ist, sondern wenn es noch mehr von solchen gibt, die ja alle dieser Meinung sind.

Und dann geben solche Anhänger möglicherweise noch sehr viele Kalenderblätter heraus, welche sie eigentlich nur selbst lesen, und so tun, als würden sich die anderen Vereine über diese Wahrheiten fürchten, wenn man auf diesen Kalenderblättern diesen anderen Vereinen ja immer schön ins Gewissen reden möchte, dass diese mit ihren kontinuierlichen Prüfungen (erfolgreichen Siegen) doch nur altes vergammeltes Stroh erklommen hätten, und keine Ahnung hätten, was wahres Gold ist, obwohl man selbst niemals auch nur in den Verdacht gekommen wäre, dass man seine Wahrheiten irgendwann mal anzweifeln würde, geschweige denn überprüfen würde. Nein nein nein, denn wer eine wahrheitswidrige Gläubelei bis zum Ende der zweiten Halbzeit mal überprüfen wollte, würde als Mitglied eines von sich selbst wahrheitswidrig überzeugten Fußballklubs die Selbstüberzeugung dieses Fußballklubs verraten, und wäre sofort als Verräter abgestempelt.

Und leider kann es wahrscheinlich sogar so sein, dass dieses als Verräter abgestempelte Mitglied dies über kurz oder lang sogar selbst einsehen würde, dass er seinen Fußballklub verraten hat, und dass es ihm Leid tut.

Und da hätte dieser Anhänger sogar Recht, und alle Mitglieder können dies ebenso nur so sehen: Ja, wer die Selbstüberzeugung dieses Fußballklubs in Zweifel zieht, verrät diesen Fußballklub. ...weil man ja scheinbar ein ganz besonders guter Fußballklub sei bzw. nur dann sein kann, wenn man dies ganz stark daran glaubt, und niemals auch nur irgendwann mal eine echte Prüfung mit einem Nachbarverein durchführen würde, weil dieser Nachbarverein jede Woche sehr gerne mit anderen Mannschaften spielt, und deshalb vermeintlich wahrhaftiger sein könnte, was man gerade deshalb nicht wissen will, weil man eben nicht wahrhaftig sein möchte!

Tja, man redet sich halt ein, dass man die einzig wahre Wahrheit hat, und scheut jede Prüfung! Es wird dann natürlich auch vermehrt solche Mitglieder dieses Vereins geben, die nur das selbe weiter geben, was sie irgendwo abkopiert haben, und niemals etwas selbst dazu sagen möchten, weil sie ja etwas Falsches sagen könnten, und sie dann abgemahnt werden könnten, oder nicht mehr so ein hohes Ansehen in ihrem Verein genießen könnten, weil sie ihren Verein ja verraten könnten...

Es gibt deshalb für mich nur einen gangbaren Weg:

Nicht das Prüfen wird immer die Wahrheit bringen können, wenn die Wahrheit nicht überprüft werden darf, wie oben lange geschildert, sondern nur das „Miteinander“ zugehen, die „Dialogbereitschaft“, und nicht das Abschotten!

Nun bin ich gespannt, wer dazu eine eigene Meinung hat!

LG

Singender Taxifahrer

Gunnar als normaler Diskussionsteilnehmer

  • »Singender Taxifahrer« ist männlich

Beiträge: 5 174

Registrierungsdatum: 28. Mai 2013

Wohnort: Birkenfeld

Danksagungen: 723

  • Nachricht senden

3

Sonntag, 9. April 2017, 16:22

Aktuelle Satire, passend dazu:
Menschen, Leben, Tanzen, Welt
„Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ (George Orwell)

Counter:

Hits gesamt: 9 653 230 | Klicks gesamt: 11 403 188 | Gezählt seit: 21. August 2013, 07:24